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Als der Fußball noch als roher und gar nicht feiner Sport galt

Sportfreunde "Hertha" Freiburg, Gründung am 11. April 1911 (Foto: privat)

Die Sportfreunde Freiburg feiern 100-jähriges Bestehen / Die zahlreichen Sportstätten verlangten viel Idealismus von den Kickern.

 

BETZENHAUSEN/MOOSWALD. Als roh und ungesittet galt der Fußball in jenen Jahren. Das kümmerte jedoch jene Handvoll Enthusiasten nicht, die am 11. April 1911 den FC Sportfreunde Freiburg unter dem Namen "Hertha" im Deutschen Haus, Ecke Lehener und Eschholzstraße im Stadtteil Stühlinger gründeten. Erst 2004 fusionierte der einst erfolgreiche Fußballclub, inzwischen im Weststadion an der Grenzstraße beheimatet, nach vielen langwierigen Gesprächen mit dem benachbarten großen Westverein SV Eintracht Freiburg unter dem neuen Namen "Sportfreunde Eintracht Freiburg". Die Eintracht war 1920 unter dem Namen FC Betzenhausen-Lehen gegründet worden.

In den Gründerjahren war Fußball noch recht unpopulär, umso schwieriger war es, einen entsprechenden Kickplatz zu finden. Ein Ort an der Fedderstraße, der zum Gelände der "Kromerschen Schlossfabrik" gehörte, wurde zur ersten Sportstätte. Schuhe, Trikots, Bälle und Fahrten mussten die Spieler noch aus eigener Tasche bezahlen. Bald mussten die Sportbegeisterten zum Spielen auf den "Dreispitz" ausweichen, dort, wo heute die Lutherkirche steht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Exerzierplatz (bei der heutigen Messe) zur Fußballheimat für mehrere Vereine, auch für die Sportfreunde. Da gab es weder Toiletten noch Umkleideräume, doch das tat der Freude am "Kicken" keinen Abbruch. Für diese Zwecke gab es ja den "Heidenhof." Im Zuge der Wiederbewaffnung unter den Nationalsozialisten beanspruchte die Wehrmacht 1937 dieses Gelände. Also hieß es wieder umziehen. Doch erst viel später fand sich an der Grenzstraße ein neues Gelände, das fortan wie ein Juwel gepflegt und umgestaltet wurde bis Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg nicht nur den Sportplatz verwüsteten.

Erst nach 1945 fand sich durch ein Zusammengehen mit dem FC Alemannia ein neuer Platz an der Waldkircher Straße. Unter dem Namen "Sportfreunde Betzenhausen", so verlangte es die französische Besatzung, konnte der Sportbetrieb kurzzeitig wieder beginnen. Bald wurde dort auch neu gebaut. Nach einer Zwischenstation an der Schwarzwaldstraße (Messplatz) konnten die Kicker wieder an den vom Gartenamt hergerichteten Platz an der Grenzstraße zurückkehren. Die "Wanderjahre" waren jetzt vorüber, der Verein konnte expandieren. Es wurden weitere Plätze auf dem Gelände hergerichtet und 1958 auch eine Tribüne eingeweiht. 1950 hatte der Verein auch eine Jugendabteilung mit rund 140 Jugendlichen gegründet und zeitweise sechs bis sieben Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet. Darum hatte sich besonders Willy Wenz, später Rektor der Gerhart-Hauptmann-Schule, verdient gemacht. 1966 konnte auch die vereinseigene Clubheimgaststätte "Weststadion" eingeweiht werden.

In den 70er Jahren organisierte Vorstandsmitglied Fritz Schreiber eine Reihe von mehrwöchigen Flugreisen in viele Teile der Welt, wo auch Fußball gespielt wurde. Zu Hause wurden inzwischen die bislang einfachen Plätze 1983 und 1984 zu Hart- und Rasenplätzen ausgebaut und sogar eine Flutlichtanlage wurde installiert. 1971, am 60. Geburtstag des Vereins, wollten 4500 Zuschauer das Spiel gegen den traditionsreichen Freiburger FC sehen – ein Rekord. 1976 kam es dann zum Zusammenschluss mit der Eintracht DJK unter dem Namen "Sportfreunde DJK Freiburg 1911". 1987 gelang den Sportfreunden der Aufstieg in die drittklassige Oberliga. 1967 bis 1975 war mit der ersten Amateurliga ein solches Niveau schon einmal erreicht worden. Jetzt, 20 Jahre später, maß man sich mit Mannschaften wie dem FFC, Offenburger FV oder SV Sandhausen. 1980 hatte Heinz Maier eine Volleyballabteilung für Frauen gegründet. Bald schon gelang dem Team der Aufstieg in die Landesliga. Großen Anteil daran hatte Ioana Menczel, eine ehemalige rumänische Auswahlspielerin, als Trainerin. Bald wurden auch A- und B-Jugend-Teams und auch eine Abteilung für Frauengymnastik wurde gegründet.

Trotz mancher Erfolge beschloss 2003 die Generalversammlung der Sportfreunde die Auflösung des Vereins, wodurch der Weg für eine Fusion mit dem SV Eintracht frei wurde. Peter Kälber und Peter Sauter wechselten 2004 in den Vorstand des neuen Vereins. Nach dem Rücktritt von Thomas Muschiol als Vorsitzender führt Elke Mimler die Sportfreunde Eintracht Freiburg in das Jubiläumsjahr.


Ein Bericht aus der Badischen Zeitung 15.04.2011


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