Ein traditionsreicher Mehrspartenverein im Westen Freiburgs
Der SV Eintracht, 1920 mit dem Namen FC Betzenhausen als reiner Fußballverein gegründet, hat sich,
insbesondere nach seiner Neugründung im Jahr 1955 in wenigen Jahren zu einem vielbeachteten Mehrspartenverein
mit dem Schwerpunkt Jugendfußball entwickelt. Bei der Neugründung noch „SV Lehen –
Betzenhausen“ genannt, gab sich der Verein, nach dem er sich Anfang der Sechzigerjahre weitgehend in
Eigenleistung ein neues Vereinsheim an der Tränkestraße erbaut hatte, den Namen „Sportverein
Eintracht Freiburg!. Seit der Neugründung hat der Verein mit Forstingenieur Volker Kieber den sechsten
Vorsitzenden. Seine Vorgänger waren Anton Dilger, Emil Nold, Hans Schmid, Dieter Trübi und Georg Huber.
Für die Jahre 1972 bis 1979 gab es eine Fusion mit dem Sportverein DJK unter dem Namen „Eintracht DJK“.
Seit der Gründung des Stadtteils Bischofslinde (30. Mai 1963 erster Spatenstich durch Oberbürgermeister
Eugen Keidel) wuchsen die Stadtteile Betzenhausen – Bischofslinde sehr rasch, heute, im Jahr 2003 sind es weit
über 13 000 Einwohner. Der SV Eintracht wollte diesem sprunghaften Bevölkerungswachstum Rechnung tragen.
Man überlegte sich, wie man das sportliche Angebot für jüngere und ältere Menschen ausweiten könnte.
Zwischen 1972 und 1982 entstanden neben der bestehenden Fußballabteilung mit dem stark angewachsenen Jugendfußball
weitere fünf Abteilungen. 1972 taten sich aktive Frauen zur Gymnastikgruppe zusammen, heute mit Gymnastik- und
Aerobicgruppen, es folgten Ski- und Wandern 1977, Handball 1978, Volleyball 1980 und 1981/82 eine Tennisabteilung mit einer
Sechsplatzanlage und einer selbst ausgebauten Tennisklause für damals rund 360 Mitglieder. Insbesondere die Abteilungen
Jugendfußball, Handball und Tennis haben seit ihrem Bestehen zusammen durchschnittlich 44 bis 48 Mannschaften, die an
Wettkämpfen teilnehmen. Der SV Eintracht steht damit im sportlichen Betrieb Freiburgs im Spitzenbereich. Fürwahr
eine stolze Bilanz! Stets gab es aber auch mit gelungenen Tanz- und Vergnügungsabenden ein sehenswertes gesellschaftliches
Angebot. Die Ski und Wanderabteilung hat neben vielseitigen Wanderungen und Radtouren eine festes Winterprogramm mit fünf
bis sechs Skifahrten in die Schweiz. Die Handballabteilung hat neben aktiven Frauen- und Männermannschaften etwa acht
Jugendmannschaften! Auch die Volleyballabteilung hatte zeitweilig drei bis vier Mannschaften im Spielbetrieb. Der Gesamtverein
ist inzwischen auf mehr als 1400 Mitglieder angewachsen, von diesen Mitgliedern sind rund 600 Kinder und Jugendliche. Die
Fußballjugend gehört mit zumeist 20 Mannschaften von der F- Jugend bis hin zur A I in der Jugendliga zu den
größten Südbadens. Um ihren Aufbau hat sich jahrzehntelang besonders das jetzige Ehrenmitglied Gerhard
Schüler verdient gemacht. Der Verein hat für seine Jugendlichen zahllose, auch internationale Turniere, aber auch
Ausflüge, besonders nach Italien organisiert. Es ist fast unglaublich, vor allem aber bewundernswert, wie die etwa 50
Trainer und Betreuer auf einem Hart- einem Kleinfeld und einem Rasenplatz den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrecht erhalten
können. Damit ist auch schon das größte Problem des Vereins genannt. Es fehlt an Sportgelände. Dieses
zu beschaffen, ist seit 1996 ein großes Anliegen und bedarf mit dem Projekt „Zukunft Eintracht“ aller
Anstrengungen. Besonders in Zeiten knapper Kassen, vor allem auch für die Stadt Freiburg, ist es schwer, dieses Projekt
zu verwirklichen. Die neue Vorstandschaft hat sich den veränderten Verhältnissen angepasst und sich umstrukturiert.
Den einzelnen Abteilungen wird ebenso wie den Organisationsteams ein größeres Mitspracherecht eingeräumt. Es
ist in heutiger Zeit kaum noch möglich, einen so großen Verein mit einem kleinen Vorstandsteam, hinzu kommt, dass
alle Beteiligten ehrenamtlich arbeiten , erfolgreich zu führen. Die Last musste auf mehrere Schultern verteilt werden.
Der Verein darf sich glücklich schätzen, aus eigener Kraft das Clubheim mit Gaststätte und das
Fußballhaus errichtet zu haben. Außerdem besitzt der Verein noch Grund und Boden, damit hat er trotz
großer finanzieller Verpflichtungen höhere Gegenwerte in die Wagschale zu werfen. Die Zukunft dieses
großen Vereins im Freiburger Westen dürfte dadurch mit der gemeinsamen Anstrengung von Mitgliedern, dem
Vorstandsteam und den städtischen Behörden gesichert weiter vorangetrieben werden. Eine neue Ära ist
angebrochen SV Eintracht und Sportfreunde DJK künftig ein Verein Nach fast einjährigen Vorgesprächen
zwischen den Sportfreunden und dem SV Eintracht , ebenso mit zahlreichen städtischen Ämtern und vielen
Gemeinderäten haben sich diese beiden Vereine auf eine Fusion ab 1. Juli 2004 geeinigt. Diesem Datum gingen jeweils
Mitgliederversammlungen voraus, welche ihr Einverständnis zu Fusionsgesprächen gegeben hatten. Die Sportfreunde
hatten sich auch gegen das Votum ihres 1. Vorsitzenden für eine Fusion ausgesprochen. Die Fusionsgespräche der
Eintracht fanden unter dem Vorsitz des bis zum 24.September amtierenden ersten Vorsitzenden Volker Kieber, seitens der
Sportfreunde durch ihren II. Vorsitzenden Peter Kälber statt. An den Gesprächen waren weitere Vorstandsmitglieder
beider Vereine beteiligt. Mit dem Fusionsdatum entstand unter dem Namen „Sportfreunde Eintracht „ ein gemeinsamer
Verein mit einer neuen von einer gemeinsamen Mitgliederversammlung verabschiedeten Satzung. Für die Eintracht ist durch
die Fusion eine erhebliche Erleichterung ihrer Platznöte eingetreten. Schon seit Jahren hatte man vereinsintern dieser
durch die Initiative „Zukunft Eintracht“ versucht, dem Platzmangel entgegenzutreten. Eine Verwirklichung der
verschiedenen Planvarianten musste aber an zu vielen Widrigkeiten unterschiedlichster Art scheitern oder wäre, wenn
überhaupt, höchstens nach vielen Jahren möglich gewesen. Aus diesem Grunde strebte man eine Fusion an. Des
weiteren waren beide Vereine stark verschuldet. Die Eintracht hatte aber durch vereinseigenes Gelände, ihr gehört
knapp die Hälfte des Hartplatzes eigenen Grund und Boden. Ein Verkauf dieses Geländes wurde ins Auge gefasst, mit
dem Erlös könnten beide Vereine entschuldet und notwendige Renovierungen durchgeführt werden. Der Eintracht
stünden künftig die Plätze im Weststadion zur Nutzung ihres Spielbetriebs für die Mannschaften der Aktiven
und den älteren Jugendmannschaften zur Verfügung. Die Spiele der jüngeren Jugend können auf dem Rasenplatz
bei der Gaskugel durchgeführt werden. Hervorzuheben ist, dass die Stadt , die einzelnen Dezernate und der Stadtrat sich
neben den beiden Vereinen sehr für eine Fusion eingesetzt hatten.
Harald Albiker